Nägel

Also, dass will ich hier mal loswerden:

LASST EUCH KEINE NAGELVERSTÄRKUNG MACHEN.

Ich hatte welche.
War auch total begeistert.

Aber der Reihe nach.

Zeit meines Lebens habe ich an meinen Fingernägeln rumgegnapst. Nun bin ich nicht mit wundervollen Händen gesegnet: Sie erinnern eher an die Hände von Meister Yoda. Klein, fest zupackend, spillerig, die Adern treten hervor, die Haut war bei mir schon als Kind faltig, naja, dass voll Programm…

Nun, mit über 50 wollte ich der Sache ein Ende machen und endlich mal schöne Hände haben. Dazu gehören für mich gepflegte und vor allen Dingen vollständige Fingernägel – gerne auch alle gemeinsam auf eine Länge getrimmt.

Im Internet mich also schlau gemacht über Kunstnägel.
Da ich keine Frau aus meinem Bekanntenkreis kenne mit ebendiesen, habe ich mir also aus dem Telefonbuch ein Kosmetik- und Nagelstudio in meiner Nähe rausgesucht.

Der Termin selber dauerte ca. anderthalb Stunden. (Diese Art der Zeitverschwendung kenne ich noch aus meiner Strähnchenzeit. Hab ja Sitzfleisch.)
Einen richtig professionellen Eindruck machten mir die Dame, die mich behandelte, und der Laden drumrum, nicht. Eine der beiden UV-Härterlampen-Gedönsdinger fiel immer wieder aus.

Nach einer kurzen Besprechung, bei der ich der Behandlerin alles an Infos aus der Nase ziehen musste, was wir mit meinen Fingerstumpen veranstalten könnten, kamen wir auf eine Nagelverstärkung garniert mit French Nails.

Ich erspar jetzt mal die Details – wie gesagt, anderthalb Stunden feilen, Schicht drauf, trocknen, und das in mehreren Arbeitsgängen. Ach ja, zwei Nägel wurden verlängert.

Es sah gut aus. Tres chic!

In den folgenden 6 Tagen erfreute ich mich meiner schönen Hände, cremte sie, behandelte sie wie meine Kinder, die ich nicht habe.

Dann platze eine Ecke des Frenchzeugs am Mittelfinger ab.
Sah schon ziemlich doof aus.
Einen Tag später blühten unter einem anderen Nagel helle Flecken und das Acrylzeugs blätterte einfach ab.

Kennt ihr den Film „Der Tod steht ihr gut“?
So kam ich mir vor: Teile, die von mir abfallen und die ich verzweifelt  versuchte, wieder dranzupappen.

Ich also im Studio angerufen. Bekam am selben Tag einen Termin.
Große Hektik bei der jungen Dame, da sie mich zwischen zwei Terminen zwischen schob. Die beiden Nägel wurden etwas angefeilt, neue Schichten drauf verteilt, trocknen, Schicht, trocknen, Schicht, trocknen, French drauf, und raus. Gratis. Versteht sich von selbst.

2 Tage später derselbe Mist bei zwei anderen Nägeln.

Ok.

Mir ein neues Nagelstudio gesucht. Von außen reingeschielt, wie dort gearbeitet wird.
Eine Asiatin mit Mundschutz. Schon mal ok.
Modelle von Nägeln im Fenster. Ok.
Preise am Fenster. Super-Ok.

Vorab: Die Dame versteht ihr Handwerk. Innerhalb von 4 Monate durfte die Künstlerin 4 x an meine Hände und die Nagelverstärkung auffüllen. Es sah immer sehr gut aus und die Nägel waren so stabil, da hätte ich mich die Wände mit hochhangeln können 😉

Allerdings werden die Fingernägel durch das French Nail-Zeugs etwas dick. Ein 5 Cent-Stück vom Boden aufheben ist in etwa so, als hätte man Handschuhe an. ES GEHT NICHT WIRKLICH GUT!

Und dann fing ich mit Nähen an.

War ich am Fluchen!
Das Einfädeln eines Fadens in die Nadel mit meinen Super-Nägeln konnte ich vergessen. Das ging nur mit einem Einfädler.
Stecknadeln mal so eben greifen – aussichtsloses Unterfangen. Über den Tisch geschoben bis sie an der Tischkante in meine hohle Hand fielen – nur so ging´s.

Also: beim letztenTermin bei der freundliche Nagelfrau – wir waren mittlerweile schon beim Du angekommen – meinen Entschluss, die Teile loszuwerden, mitgeteilt.

Nun denn: das ganze Zeug wurde bis auf eine dünne Schicht ab- und  meine schönen Nägel bis zum Anschlag runtergefeilt, drauf kam eine neue Schicht von irgendwas. Nach der Trocknung war ich entlassen.
Ich kam mir ein wenig bestraft vor…

Das war vor 4 Wochen.
Meine Nägel kann ich seitdem nur ganz kurz tragen, da diese bescheuerte Schicht, die den Nagel noch etwas schützen soll, weil dieser total weich ist, und die überall abplatzt, langsam rauswachsen soll. Seit Wochen feile ich die abgeblättern Stellen so glatt wie möglich, damit man die Übergänge nicht so sieht.
Großartig. 

Nun denn.
Aber ich kann wieder zufassen! Ist ja auch schön!
Und ehrlich gesagt: als das Zeug runter war, war das wirklich ein schönes Gefühl.

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2 Gedanken zu “Nägel

  1. ich könnte mich wegschreien

    das könnte ich auch gewesen sein mir ging s genauso. seid ein paar monaten mache ich meine nägel selbst und bin begeistert. nur eine dünne schicht gel dann lack und nochmals gelnagellack drüber.

    super dünn und hält 2 wochen auf den finger füsse noch viel länger . mathilde

    • Ich habe meine Natürlichkeit wieder entdeckt… 😉 An meine Nägel kommen nur noch Feilen und Creme.

      Aber: du brauchst doch dafür eine UV-Lampe, oder? Und wo kaufst du das Zeug, und woher weisst du, was du brauchst?

      lg dani

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