Das Urlaubs-Oki-Kleid

Fotografieren ist zur Zeit meine Lieblingsbeschäftigung…

…weshalb ich verlixt nochmal nicht zum Nähen komme.

Den Urlaub auf der Westpeleponnes haben wir äußerst genossen: ein 20-Zimmer-Hotel mit Frühstück, direkt am Strand, gut besucht von Einheimischen, mit einem kleinen Ort im Rücken, gutes Essen, faulenzen: so muss das sein!

Und bei der Gelegenheit ausgiebigst meine Nikon S9900 ausprobiert, eine „anspruchsvolle Kompaktkamera“ (Zitat aus einem Testbericht) mit ordentlichen PSAM-Einstellungen (die Fotofreaks wissen, was ich meine) – innerhalb von 14 Tagen habe ich an die 800 (!) Aufnahmen gemacht.
Farbe, S/W, Tönungen, Superzoom, Makro – alles ausprobiert 🙂

Und nun bin ich seit über 3 Wochen wieder hier und das fotografieren lässt mich nicht los.
Blendenöffnung, Iso, Brennweite, Bildbearbeitung – es ist alles so faszinierend, dass ich ernsthaft überlege, ein eigenes Blog dafür aufzumachen.
Ein Stativ gibt´s auch schon. Literatur sauge ich nebenbei ein.

Aber zurück zum Nähen:

GottseiDingelchen habe ich am Abend vor dem Urlaub (!) mein z.Zt. liebstes Kleid fertig bekommen:

Wieder ist es ein Kleid von Okistyle, das Latzkleid Nikolai.
Das Schnittmuster samt Anleitung ist als Ebook erhältlich.

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Nein, ich such da nix. Ich muss auf mein iPad gucken, ob ich richtig drauf bin.
Im letzten Absatz steht, warum.

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Ein weites, etwas ausgestelltes langes Kleid mit einer langen Falte in hinteren Rockbereich, seitlichen Pattentaschen und Knopfleisten und einer vorderen langen Reißverschlussleiste.

Mit letzterer stand ich sowas von auf Kriegsfuß! Ich hatte Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wie der untere Abschluss ordentlich zustande kommt. Irgendwie hab ich es dann endlich hinbekommen…

Und jaaaa… das soll so abklappen…! (ist ja ein Okikleid Da muss das so!)

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Der Stoff ist mal wieder Köper. 🙂
Ich mag es bei Kleidern gerne etwas robuster. Ein Kleid muss bei mir einiges aushalten: radfahren, große, schwere Taschen schubbern dran rum, Bewegungsfreiheit und Taschen mit viel Stauraum für Taschentuch, Geld, Schlüssel, iPhone sind bei mir ein Muss.

Die seitliche Knopfleiste mit dem Tascheneingriff; auch an dem hab ich einige Zeit rumgebastelt…
Glaube, da stimmt das Foto in der Anleitung nicht.

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Da ich den Reißverschluss sowieso nicht offen trage, fällt dieser kleine Fauxpas mit dem hellgrauen Overlockfaden nicht ins Gewicht 😉

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Witzig die Idee mit dem Latzhosenverschluss: die Knöpfe zum einhaken der Ösen sind innen. Außen ist die etwas kleinere und somit dezentere Knopfrückseite zu sehen.

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Ein tolles Teil, obwohl mich die Anleitung von Oki etwas Nerven gekostet hat. Aber ich beiß mich gerne durch… 😉
Ab zu RUMS damit!

Meine Nikon wird übrigens fernbedient über WLAN-Verbindung mit dem iPhone oder iPad.
Hm. So richtig toll ist das nicht, was an dem etwas umständlichen Handling liegt.
So eine winzig kleine Fernbedinung, die in der Hand verschwindet, wäre toll. Nur gibt´s die nur für Kameras mit ´ner integrierten Infrarotschnittstelle… 😦

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Konstruieren wir uns doch mal das kleine Schwarze…

nach Anleitung natürlich.
Das Ganze aus dem Buch Kleider im Japanischen Stil von Sato Watanabe.
Die Anleitungen bestehen nur aus Zeichnungen und Maßangaben.
Es gibt keine fertigen Schnittmuster.
Die muss man sich erstellen.
Um die Schnitte zu konstruieren, benötigt man nur die eigene Brust- oder Hüftweite. Durch einfache Formeln und dem berühmten Dreisatz passt man den Rest danach an.

Es funzt. Und sogar sehr gut!

Ein kleines Schwarzes hatte ich mir schon lange gewünscht aber kauftechnisch nie passendes gefunden.
Entweder sah es zu damenhaft aus, war nicht mein Stil, hatte keine Taschen, wirkte zu elegant, um es zu wirklich allen Gelegenheiten und Jahreszeiten tragen zu können.
Es sollte durch seine Schlichtheit bestechen *räusper*, aus gutem Stoff, gut kombinier- und lange tragbar sein.
Ich möchte es sowohl im Alltag als auch zu festlichen Anlässen und Partys tragen können, ohne mich verkleidet zu fühlen.
Halt die eierlegende Wollmilchsau unter meinen Kleidern.

Bitteschön. Da isses.

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Ein Konstrukt aus rechteckigen Teilen (bis auf den Rock, der läuft zur Taille hin schmaler zu) und geraden Nähten, meinem Hüftumfang angepasst, und tiiiieeefen Taschen. Schmal, lang und unten sehr weit.
Ein echter Hingucker!

Von Vorteil ist, dass ich eine sogenannte „H“-Figur habe. Heißt: keine sonderlich großen Abweichungen nach oben vorne und unten hinten ´raus 😉 Ich bin so der flache androgyne Typ.
Mit mehr Fülle im Brust, Bauch- und Po-Bereich hätte ich wirklich rumknobeln müssen.
So war es ein Klacks.

Genommen hab ich dunkelgrauen Köper, einem fest gewebten Baumwollstoff. Sehr strapazierfähig, das Zeug. Fühlt sich ein wenig wie dünne Zeltplane an… 😉
Dazu etwas Vlies für die Ausschnitt- und Armbelege und Nähgarn.
Lange Lineale, mein Schneidbrett mit Maßangaben, Kreide, Baufolie zur Schnitterstellung, ´ne gute Schere und etwas Grips.
That´s all. 🙂

Eine klitzekleine Herausforderung war die Herstellung der Taschen mit Kellerfalte – bei mir heißen die Blasebalgtaschen -. Die hatte ich noch nicht.
Dank der hervorragenden Anleitung klappte alles auf Anhieb! 🙂

Das Kleidchen hat mich Pi-mal-Auge ca. 23,- Euronen gekostet:
Stoff von stoffe.de, 2 m = 18,98 €
Nähgarn = 3,20
Der Rest war vorhanden.

Zeitaufwand = keine Ahnung, innerhalb 1 Woche habe ich es zusammen gekloppt.
Ich hab immer mal abends ein paar Stündchen dran gesessen und nebenbei dem Hörbuch Das Lied von Eis und Feuer 1 gelauscht. Da musste ich öfter Päuschen machen, weil es so unglaublich spannend war… 😉

Und ab damit zu RUMS.