Kleider und tote Tiere

Der Sommer schreit nach Kleidern, finde ich.
Ich kann nie genug davon haben.
Pur oder über Hosen tragen, mit Strickjacken, Shirts und Pullovern kombinieren – Frau sieht immer ziemlich angezogen aus.

Also schaute ich meinen Kleiderschrank durch und beschloss, zur sommerlichen Jahreszeit für weiteren Nachschub zu sorgen.

 

Bei meinem Lieblingsbuchhändler in meiner Stadt fiel mir dieses Werk in die Hände:

20140404-111316.jpgJa, ja… schon wieder japanisch… 😉

Diesmal leg ich aber noch eine Schippe drauf:
Es gibt keine fertigen Schnittmuster!
Diese muss man sich selber erstellen anhand der Angabe von Zeichnungen,  Maßen und kleinen Formeln für die Umrechnungen auf die eigenen Maße.

Öhm… *räusper* – Neue Herausforderung!

 

 

 

Ein Kleid hatte es mir schon bei der ersten Durchsicht des Buches im Laden sofort angetan:
(Auf dem Foto nicht gut zu erkennen: Der Ausschnitt ist schräg zur Seite hin geknöpft.)

20140406-170956.jpg
Als Stoffempfehlung wurde Kimonostoff bzw. Seide angegeben.
Ersteren hatte ich grade nicht im Haus 😉 und letzterer geht bei mir nur im äußersten Notfall, weil:
die Tiere werden gekocht und tot aus dem Kokon gepult. Nur der wird gebraucht zwecks Verarbeitung zum Faden.
Nicht, dass ich nicht auch Tiere koche.
Aber für Stoff, um daraus Kleidung zu machen? Muss nicht!

Ok. Alternative?

Internettechnisch wurde mir vorgeschlagen:
Chinaseide: unmögliche Muster und viiiiiieeel Glanz – Geisha-Style mit Drachen ist nicht so mein Ding.
Raim und Tencel: wenig, um nicht zu sagen verschwindend geringes Angebot im Web und wenn, dann nur uni.

Ich war dann schon gefrustet bei Jersey gelandet – Retromuster liebe ich ja – als mein Blick auf den kleinen Stoffberg auf meinen Tisch fiel. Ich wollte mich denmächst an Viskose-Shirts versuchen. Kann man ja immer brauchen.

Hm…

Retromuster.
1 m x 1,50 m.
Fühlt sich leicht und glatt an, fällt fluffig.

Und nachdem ich im Buch wieder und wieder Stoffmenge und Schnitt versuchte zu entschlüsseln, kam die Erleuchtung:

DAS PASST!!!

Im Buch ist die Auflage des Schnittes auf dem Stoff ziemlich raffiniert gedacht:
Ausgegangen wird von Kimonostoff, Länge 4 m x 35 cm Breite (Kimonostoff! – Da hab ich etwas dumm geguckt…), aufgeteilt in 4 Einzelbahnen, jeweils 1 m Länge.
Jeweils 2 Bahnen werden der Länge nach in Fadenlaufrichtung in der Mitte zusammengenäht, so dass 2 Bahnen von jeweils 1 m Länge und 70 cm Breite entstehen. Die so entstehenden Mittelnähte werden später in den Schnitt integriert.
Die beiden Bahnen werden dann überlappend aufeinander gelegt (Achtung Frau Hild: rechte und linke Seite bedenken!), so dass der Stoff in der Mitte aufeinander und oben und unten einfach liegt.

Da mein Viskosestoff eine Länge von 1 m x 1,50 m hat, viertel ich die Stoffbreite von 1,50 m und erhalte so 4 x 1 m lange und 35 cm breite Stoffbahnen im Fadenlauf.
Dann näh ich jeweils 2 Bahnen längs mittig wieder zusammen und habe 2 Bahnen von 1 m Länge und 70 cm Breite.

Und nun ist es in Arbeit.

Aber mehr dazu nach meiner Stipvisite an die Ostsee 🙂

 

 

 

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Weiter mit dem/das Kanga

Gestern noch schnell ´ne Rolle Packpapier für das Kopieren des Schnittes und Futterstoff gekauft.
Abends noch die Ärmel meines Frühling/Sommer/Herbst-Übergangsmäntelchen gekürzt.

Und heute nachmittag endlich geschafft, den Kangaschnitt mittels eines KOPIERRÄDCHENS auf Packpapier zu rollern, auszuschneiden und auf den Stoff aufzustecken.

Dabei ist mir einiges klar geworden:

  • Man braucht schon mal den Fußboden in seiner ganzen Länge, um die Schnittteile auf den Stoff aufzustecken. Ich hab halt gerne den totalen Überblick 😉  – der Tisch war mir dafür zu popelig.
  • Man braucht einen kräftigen Rücken, um dieses Rumgekrabbel auf dem Fußboden ohne Verrenkungen zu überstehen.
  • Es ist empfehlenswert, ab und an in die Schnittanleitung und in evtl. vorhandene Nähbücher einen Blick zu werfen, z.B. um daran erinnert zu werden, den Fadenlauf zu berücksichtigen oder was um Himmels willen gestrichelte Linien auf einem Schnitt zu bedeuten haben.

Nun denn – der Anfang ist getan.
Ordentlich zusammen gelegt harrt der Stoff mit den Schnittteilen auf die Schere.
Die kommt morgen.

Schnitte

Jaja. Eigentlich wollte ich den/das Kanga schneidern.
Aber je öfter ich so in anderen Blogs mitlese, desto mehr Ideen bekomme ich.

Beim Lesen der verschiedenen Näh-Blogs bin ich auf  https://de.dawanda.com/user/allerlieblichst gestoßen und habe dort sehr schöne und nicht allzu schwierige Schnitte gefunden.
Für das Feintuning meiner Sommergarderobe habe ich mir nun zwei bestellt:

Diesen lieblichen Rock
http://de.dawanda.com/product/25517537-EbookRockLoop-Schnitt

Ebook,Rock&Loop, Schnitt!

Und dieses reizende Minikleid
http://de.dawanda.com/product/26812521-EbookSchnittRetrokleid-oder-Tunika

Ebook,Schnitt,Retrokleid oder Tunika!

Beides gedenke ich – wie üblich – über meinen heißgeliebten Jeans zu tragen.

Die Schnitte sind ab Größe 36, d.h., ich muss sie auf Größe 34 verkleinern.
Dank der Buch-Empfehlung „Mein großes Nähmaschinen-Atelier“ (hört sich an wie ein Schulbuch 😉 ) von http://www.pattydoo.de dürfte dass aber wohl das geringste Problem darstellen. Hoffe ich.
Das betreffende Kapitel habe ich schon durchgeackert 😉
Übrigens wurden die Schnitte als EBook per Mail geschickt. Auch mal interessant.

Da ich ein Fan von Retro-Drucken bin, werde ich den Stoff für beide Schnitte wohl bei http://de.dawanda.com/shop/quiltcabin bestellen.
In den wenigen Stoffgeschäften hier in Braunschweig gibt es leider keine derartigen Muster.

Also: erst werde ich den/das Kanga in Angriff nehmen. Der Stoff war günstig, somit kann ich erstmal dran probieren.
Falls ich das Teil in den Sand setze, nehme ich´s dann hoffentlich gelassen. 😉