Schnittkonstruktion Hose

HA!!!! Die Probehose ist fertig!

Wenigstens 8 Std.! habe ich an einer Schnittkonstruktion eines Grundschnittes für meine persönliche Standardhose gemessen, gerechnet, gezeichnet, radiert, Haare gerauft und Unmengen von Tee und Kaffee in mich rein geschüttet.

Aus der allerhintersten Hirnecke musste ich mein Schulwissen über Winkelmessungen mit Hilfe des Geo-Dreiecks hervor kramen.
(Wieder mal erstaunt, was man so alles im Koppe hat…)

  • Ich kenne jetzt die Bedeutung des ordentlichen messens der Körpermaße – kann man nie oft genug und vor allen Dingen genau machen. (Notiz an mich: einen ordentlichen Taschenrechner zulegen – dieses Gefummel mit dem iPhone geht mir auf den Keks.)
  • Ich weiß jetzt, welche Bedeutung die Sitzhöhe hat, wo Taille-, Schritt-, Hüft- und Knielinie zu sitzen haben, was die Abwinkelung der Hüftlinie im rückwärtigen Hosenteil mit dem Schnitt macht.
  • Wie Abnäher berechnet werden.

Und gestern Nacht gegen o.oo Uhr habe ich mir einen Gin mit Martini und viel Eis gegönnt!

– SENF AN DIE DECKE, KONFETTI IN DIE LUFT! –

Es funzt!
Die Probehose sitzt bereits bei der ersten Anprobe um Klassen besser als meine bisherigen Hosen-Nähstücke nach Schnitten!

  • Sie sitzt an Po und Hüften und im Schritt bequem, aber dennoch schön figurbetont.
  • Der Katzenbart hält sich in Grenzen, kein Gekneife am Po und das bisschen Zuviel an Stoff an den hinteren Oberschenkeln, was bisher auch an Kaufhosen mein Problem war, bekomme ich auch noch weg.
  • Die berechneten Abnäher vorne und hinten sitzen offensichtlich goldrichtig.

Allerdings stelle ich fest, dass das Tragen eine solchen Hose etwas gewöhnungsbedürftig für mich ist. War ich bisher gewohnt, dass meine Kaufhosen eng und eine kurze Sitzhöhe haben, muss ich nun umdenken. Durch die hohe Taille sitzt die Hose anders! Besser, wie ich finde.

Und weil ich grad so ´nen Lauf hatte, hab ich auch gleich noch gelernt, einen Hosenreißverschluss mit Unter- und Übertrittbelegen einzunähen!

Das war auch nochmal so ´ne Aktion!

In meinem Schnittkonstruktionsbuch tauchten die Begriffe „Übertrittbeleg“ und „Untertrittbeleg“ auf.
Da ich keinen Schimmer hatte, wieviel es davon an einem Hosenverschluss zu geben hat, wie sie aussehen, was man damit macht (nein… auch die Begutachtung meiner Hosen brachte nicht die notwendige Erleuchtung), habe ich das Internet bemüht. Und mich dumm und albern gesucht.
Ich Dummerle kam doch nicht auf die Idee, dass sie dort nur unter dem Begriff „Belege“ zu finden sind. (sehr witzig, liebes Internet…)

Als ich endlich fündig wurde, hat es nochmal ein Viertelstündchen gedauert, bis ich mitbekam, dass bei ALLEN von mir angeklickten pdf- und YouTube-Anleitungen von 2 angeschnittenen Belegen an den Vorderteilen ausgegangen wurde.

Ich hatte gar keine. Weder angeschnitten noch irgendwas.

Für die Dinger musste ich also erst Breiten- und Längenangaben zusammen suchen, ausmessen, zuschneiden und drannähen, um etwas zum Annähen des Reißverschlusses mitsamt dem Übertrittbeleg zu haben.
Für die Probehose habe ich allerdings auf Knopf und Knopfloch aus Bequemlichkeit verzichtet – da musste eine Stecknadel reichen.

Aber das übt ja alles ungemein!

Gearbeitet habe ich nach dem Buch Schnittkonstruktion für Damenmode, Band 1 Grundlagen. Bekleidung. von Guido Hofenbitzer – ein super Weihnachtsgeschenk für Nähbegeisterte…
Und nach der pdf-Anleitung von Farbenmix und dem dazugehörigen Video Hosenreißverschluss einnähen auf YouTube.
Toll, dass es sowas gibt!

Advertisements

Saumäßig faul bin ich…

…zumindest, was das Bloggen betrifft. Aber es gibt in meinem Leben soviel Schönes und Neues und Anderes:

  • Liebe Freunde, mit denen man so schön essen und klönen kann
  • Schöne Abende mit dem Gatten verbracht
  • Freundliche Vermittel-Hunde bei einer netten Freundin fotografiert
  • Nette Nachmittage mit Mutter und Schwiegermutter
  • Schöne Gelegenheiten, um Fotos zu machen (zu tolles Herbstwetter!)

Aber ich hatte auch eine klitzekleine Nähblockade.
Das hat sich GottseiDingelchen seit 2 Wochen geändert.

20151117-DSC_3459

Genähte Pullover aus Walkstoff für mich und das Muttertier sind nach einem selbstentworfenen (!) Schnittmuster entstanden – eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Okistyle-Pullover ist durchaus erkennbar.

Vorder- und Rückenteil sind identisch. Da gibt es keine Vertun beim Anziehen mit vorne und hinten 😉

Außerdem versuche ich mich in der Schnittkonstruktion nach dem Buch

20151117-DSC_3441

Oioioi… schwierig aber äußerst interessant.

Und natürlich erfreue ich mich an Guido Kretschmers „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten!“ und bewundere ohne Ende den Mut von Ella Mara und Meike Rensch-Bergner, sich einem garantiert oberkritischem Näh-Blogger-Publikum zu stellen! Toll!
Und selbstredend lese ich grade ziemlich vergnügt Meikes „Nählust statt Shoppingfrust“ 🙂

 

Pullover STRICKEN…? – Nö.

Heute ist Herbstanfang, meterologisch und für mich auch gefühlt.
Und was liegt schneidertechnisch näher, als sich um Kuscheliges für die kalte Jahreszeit zu kümmern?

Ich hab´s ja nicht so mit stricken. Bin schlicht zu ungeduldig. Es dauert mir zu lange und teuer ist es auch.
Und bezüglich der Passform meines angefertigten Gestricks war ich meist enttäuscht und es landete auf Nimmerwiedersehen in der hintersten Schrankecke. Wenn es denn überhaupt fertig wurde.

Also hab ich mich mal ein wenig umgeguckt und bin – mal wieder – bei Okistyle fündig geworden, meiner Lieblingsdesignerin bezüglich abgefahrener, interessanter, witziger und auch noch einfacher Schnitte
(Nein, ich bekomme kein Geld für die Lobhudelei…!)

Und da war er.

Strickstoffe sind allerdings nicht wirklich meins. Sie sind labberig und haben meist blöde Farben. Ich muss nicht aussehen wie eine melierte Himbeere auf zwei Beinen.
Ich wollte was Dickes, Ordentliches. Aber nicht zu dick, will ja nicht im Büro am Hitzestau kollabieren.

Beherzt griff ich zu einem anthrazitfarbenen Walkstoff. Gut – elastisch geht anders, aber ein bisschen hatte er davon.
Der Preis ließ mich ein wenig mit den Zähnen knirschen.

Zuhause in die Waschmaschine gestopft, 40°. Das Teil 10 cm kürzer rausgeholt.
Notiz an mich: Nächstes mal vielleicht das Feinwäsche-Programm testen…  😉

Den getrockneten Stoff mit viel Dampf gebügelt in der Hoffnung, dem Zusammengeschnurrten doch noch einige Zentimeterchen zu entlocken. Sinnlos!

Ok… Also dann den Schnitt kürzen.

Gott sei Dingelchen hat der Pullover im Originalschnitt tief, sehr tief angesetzte, nach unten hin sehr enge und sehr überlange Ärmel.
Da ich schon im Vorfeld ahnte, dass es bezüglich der Originalärmellänge da zu Komplikationen meinerseits im Umgang mit Alltäglichem kommen würde, habe ich diese innerhalb des Schnittes jeweils an zwei Stellen um insgesamt 8 cm gekürzt.
Den Rumpfschnitt habe ich im Vorderteil am Stoffbruch um 2 cm verbreitert und den Halsausschnitt etwas weiter zugeschnitten. Wie gesagt: dem Stoff fehlt es an Elastizität. Da war die Gefahr enorm, dass mein Dickschädel hängenblieb.

image

imageDas Nähen war ein Klacks.

Und das tolle an Walkstoff ist, dass man die Schnittkanten nicht versäubern braucht 🙂

Die tief angesetzten Ärmel sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber dadurch fällt der Pullover im Schulter- und Halsbereich sehr schön.
Und alles passt auch noch unter meine Jacke! YEAH….!!!

Und jetzt mal gucken, ob hier und hier schon Pullover bei sind…

Das Mangeltuchkleid.

Once upon the time…

… zu sehr später Stunde nach einem wunderbaren Grillabend legte die Hausherrin das Hochglanzmagazin Landlust vor meine Nase mit den Worten „Das ist toll! Könntest du mir das nähen? Eventuell? Wenn du Zeit und Lust hast?“

Da ich z.Zt. keine eigenen Nähprojekte am laufen hatte und die Idee sehr charming fand, hatte ich.

  • Ein einfaches Kleid mit Trägern.
  • Mit einem rückwärtigen nahtverdeckten Reißverschluss.
  • Aus Mangeltuch.

Hoppala… – WAS FÜR´N TUCH…?

Naturfarbenes Mangeltuch aus Halbleinen, ca. 2,00 x 0,90 m, mit roten Randstreifen an den beiden Webkanten.

Benötigt wird Mangeltuch für Kaltmangelmaschinen, und wird, wenn es ausgewechselt werden muss, bei Ebay für wenig Geld gebraucht verhökert. Natürlich sind einige Gebrauchsspuren wie Schmiere drauf, aber mit Fleckenteufel bearbeitet und anschließender Maschinenwäsche war es ok.
Und dafür hat die Landlust extra ein Kleid entworfen, bei dem die Webkanten mit den dekorativen Randstreifen – gibt´s übrigens auch in blau – umgeklappt die Ausschnitt- und unumgeklappt die Saumkante ergeben.

Also bei dem Landlust-Verlag den Schnitt bestellt, bei Ebay den Stoff geordert und schnell mal genäht.

DSC_0348

Spendiert habe ich noch die Taschen – extra zugeschnitten und innen ordentlich mit Vlies bebügelt, damit die nicht so labbrig aussehen.

DSC_0351

UND WAS MACHT MEINE FREUNDIN….??? KOCHT DA DRIN DEN HALBEN TAG LANG!!! DIESE VERRÜCKTE!
Bei der Präsentation vor Gästen sah es entsprechend fertig aus, so ungebügelt und fern der Heimat 😉

DSC_0731 DSC_0732

Aber egal. Sie liebt es heiß und innig. Nur das zählt!

Ich werde ihr aber noch ein Wäschehäkchen spendieren – da hätte ich den Reißverschluss doch ein wenig höher anfangen müssen.

Sommerloch.

Es ist Sommer.

Es sind Ferien.

Es ist überall Urlaub.

Und da auch ich statt im Zimmer zu nähen viel lieber mit der Kamera draußen in der Natur herum tobe, werde ich bei der Näherei ein kleines Päuschen einlegen und Fotos machen.

Wer meinen Versuchen, eine Spiegelreflexkamera zu beherrschen beiwohnen will, darf gerne bei diefrauhildfotografiert vorbeischauen.

Oh… Halt! Ein Nähprojekt habe ich noch in der Mache… 😉
Eine kleine Auftragsarbeit.
Mehr in den nächsten Tagen.

Das Urlaubs-Oki-Kleid

Fotografieren ist zur Zeit meine Lieblingsbeschäftigung…

…weshalb ich verlixt nochmal nicht zum Nähen komme.

Den Urlaub auf der Westpeleponnes haben wir äußerst genossen: ein 20-Zimmer-Hotel mit Frühstück, direkt am Strand, gut besucht von Einheimischen, mit einem kleinen Ort im Rücken, gutes Essen, faulenzen: so muss das sein!

Und bei der Gelegenheit ausgiebigst meine Nikon S9900 ausprobiert, eine „anspruchsvolle Kompaktkamera“ (Zitat aus einem Testbericht) mit ordentlichen PSAM-Einstellungen (die Fotofreaks wissen, was ich meine) – innerhalb von 14 Tagen habe ich an die 800 (!) Aufnahmen gemacht.
Farbe, S/W, Tönungen, Superzoom, Makro – alles ausprobiert 🙂

Und nun bin ich seit über 3 Wochen wieder hier und das fotografieren lässt mich nicht los.
Blendenöffnung, Iso, Brennweite, Bildbearbeitung – es ist alles so faszinierend, dass ich ernsthaft überlege, ein eigenes Blog dafür aufzumachen.
Ein Stativ gibt´s auch schon. Literatur sauge ich nebenbei ein.

Aber zurück zum Nähen:

GottseiDingelchen habe ich am Abend vor dem Urlaub (!) mein z.Zt. liebstes Kleid fertig bekommen:

Wieder ist es ein Kleid von Okistyle, das Latzkleid Nikolai.
Das Schnittmuster samt Anleitung ist als Ebook erhältlich.

DSCN1935a

Nein, ich such da nix. Ich muss auf mein iPad gucken, ob ich richtig drauf bin.
Im letzten Absatz steht, warum.

DSCN1931a

Ein weites, etwas ausgestelltes langes Kleid mit einer langen Falte in hinteren Rockbereich, seitlichen Pattentaschen und Knopfleisten und einer vorderen langen Reißverschlussleiste.

Mit letzterer stand ich sowas von auf Kriegsfuß! Ich hatte Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wie der untere Abschluss ordentlich zustande kommt. Irgendwie hab ich es dann endlich hinbekommen…

Und jaaaa… das soll so abklappen…! (ist ja ein Okikleid Da muss das so!)

DSCN1933a

Der Stoff ist mal wieder Köper. 🙂
Ich mag es bei Kleidern gerne etwas robuster. Ein Kleid muss bei mir einiges aushalten: radfahren, große, schwere Taschen schubbern dran rum, Bewegungsfreiheit und Taschen mit viel Stauraum für Taschentuch, Geld, Schlüssel, iPhone sind bei mir ein Muss.

Die seitliche Knopfleiste mit dem Tascheneingriff; auch an dem hab ich einige Zeit rumgebastelt…
Glaube, da stimmt das Foto in der Anleitung nicht.

DSCN1937

Da ich den Reißverschluss sowieso nicht offen trage, fällt dieser kleine Fauxpas mit dem hellgrauen Overlockfaden nicht ins Gewicht 😉

DSCN1939a

Witzig die Idee mit dem Latzhosenverschluss: die Knöpfe zum einhaken der Ösen sind innen. Außen ist die etwas kleinere und somit dezentere Knopfrückseite zu sehen.

DSCN1940a

Ein tolles Teil, obwohl mich die Anleitung von Oki etwas Nerven gekostet hat. Aber ich beiß mich gerne durch… 😉
Ab zu RUMS damit!

Meine Nikon wird übrigens fernbedient über WLAN-Verbindung mit dem iPhone oder iPad.
Hm. So richtig toll ist das nicht, was an dem etwas umständlichen Handling liegt.
So eine winzig kleine Fernbedinung, die in der Hand verschwindet, wäre toll. Nur gibt´s die nur für Kameras mit ´ner integrierten Infrarotschnittstelle… 😦

Kräuter – Kleider-Tauschbörse – und ein bisschen Nähkrams

Zur Abwechselung poste ich heute mal nicht ausschließlich über meine Nähprojekte, sondern über die schöne Zeit, die ich in den letzten Wochen erleben durfte.

Bloggen blieb dabei etwas auf der Strecke weil…

… sich nette ewig nicht gesehene Bekannte gemeldet haben und ich schöne Nachmittage mit ihnen verbringen durfte

… ein Kräuterseminar im Arzneipflanzengarten der Technischen Universität Braunschweig mir einen schönen Abend beschert hat, bei dem ich natürlich auch meine Nikon mit hatte

… ich einen Tag der offenen Tür in eben jenem schönen Arzneipflanzengarten genoss und zwei hiesige Urban-Gardening-Projekte kennenlernen durfte, bei denen ich persönlich nach meinem Urlaub reinschnuppern werde

… ich einer Kleider-Tauschbörse in der KaufBar beiwohnte, wobei ein sehr netter Häkel-Kontakt zustande kam

01b8eab143e7941041d9120a8df09bc1cc2dfbe6ee

… der Sommerurlaub in Griechenland in ein paar Tagen ansteht und ich die Nachrichten seit Monaten mit sehr gemischten Gefühlen verfolge

…und zu guter Letzt: ich vollauf mit einem Traum(a)-Kleid von OkiStyle beschäftigt bin und ich entweder zu doof bin, die Anleitung zu verstehen oder aber diese mit mir wichtigen Informationen etwas zurückhaltend ist.
Aber ich hab ja noch drei Tage Zeit… 😉

016bb2e977c0be5b34246912b64eb1d4c8fa00948b_00001